Kolumne

Tausend Dinge. Mindestens!

Tausend Dinge. Mindestens!

Ich bin mir sehr sicher, auch Sie haben so einen Ort zu Hause. Es ist eines dieser magischen Plätzchen, wo sich – wie von selbst – die Dinge sammeln, die man im ersten Moment nicht zuordnen kann, aber nicht wegschmeißen mag, da sie ja noch irgendwie wichtig sein könnten. Diese Schraube? Wo gehört die wohl dran? Naja, lege ich erstmal in das Körbchen in der Küche, damit sie nicht wegkommt, könnte ja das Schutzblech am Fahrrad zusammenhalten. Was ist denn das für ein Schlüssel? Der ist doch von einem Vorhängeschloss! Nur von welchem? Wird sich bestimmt wiederfinden! Hinzu kommen abgefallene Knöpfe, Kugelschreiber und natürlich Klimpergeld, das aus den Hosentaschen an jenen rätselhaften Ort gewandert ist, wo sich Gegenstände anhäufen, die eigentlich irgendwo anders hingehören.

In unserem Körbchen, gleich neben der Obstschale, liegen aktuell: zwei Schlüssel, ein alter Einkaufszettel, drei ungeöffnete Briefe, ein angebissener Müsliriegel, ein Weinkorken, ein roter Legostein (aua, der tat weh!), die Visitenkarte unseres Zahnarztes mit einem Termin vom letzten Jahr, eine Glühbirne (ob die wohl noch geht?), diverse Farbkarten (ach ja, wir wollten ja vor Monaten schon die Wand im Flur streichen) sowie eine Pinzette, drei Haargummis, eine FFP2-Maske, Batterien in allen Größen, die Anmeldung für den Tischtennisverein (unterschrieben am 10. März, ach, da ist die!), Wachsmalstifte (rot und grün), zwei bis drei in sich verschlungene Ladekabel und eine Fünf-Kronen-Münze aus Island, obwohl niemand von uns jemals auf Island gewesen ist. Woher kommt das? Wohin soll das? Das Alles ist vor allem eines: ein viel zu großes, niemals zu lösendes Rätsel!

Und es gibt ja noch mehr dieser Orte, auf dem Kühlschrank zum Beispiel, wo auf Kopfhöhe Sachen abgelegt, vergessen, wiederentdeckt und wiedervergessen werden. Oder auf meinem Schreibtisch, wo ein kleines Schälchen steht, das irgendwann ja auch mal voll ist. Und dann leere ich das Schälchen in einen Schuhkarton, wo bereits andere Gegenstände liegen, die auf keinen Fall verlorengehen dürfen. Und dann ist der Karton auch voll, und ich staple ihn auf die anderen, die auf dem Dachboden stehen, wo die vielen kleinen Dinge des Lebens warten, die ich nicht wegwerfen möchte, aber vielleicht doch noch einmal brauchen könnte. Oder auch nicht …

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