Kolumne

Die Geschichte vom Gold-Döner

Eine Anekdote aus dem wirklich wahren Leben, echt so passiert.
Die Geschichte vom Gold-Döner

Ein Mann und eine Frau sind im Urlaub. Die Frau geht in eine Touristeninfo, um nach einer Auskunft zu fragen. Der Mann muss warten und versucht, sich irgendwie die Zeit zu vertreiben. Als es länger dauert und ihm nichts mehr einfällt, was er tun oder worüber er nachdenken könnte, läuft er aus Langeweile in einen Lottoladen und kreuzt unmotiviert irgendwelche Zahlen an. Den Schein stopft er in sein Portemonnaie und vergisst ihn. Am nächsten Tag geht der Urlaub zu Ende. Das Ehepaar fährt nachhause, zurück in seinen Alltag.

Zwei Monate später geht der Mann in seiner Heimatstadt in einem Dönerladen. Er muss warten, dieses Mal auf das Essen. Und dann, als er da so steht, fällt ihm der Lottoschein wieder ein. Mit dem Döner in der einen und dem Zahlenzettel in der anderen Hand läuft er in den benachbarten Lottoladen und gewinnt 4,5 Millionen Euro. Das, was die Geschichte so erzählenswert macht: Es war der letzte Tag, an dem er seinen Gewinn hätte einlösen können. Nur eine Stunde später wäre die Annahmestelle geschlossen und das Geld weg gewesen.

Der Mann geht nachhause, legt den angebissenen Döner in den Kühlschrank und wartet erneut, dieses Mal wieder auf seine Frau. Als diese von der Arbeit kommt und in den Kühler guckt, fragt sie verwundert: Warum liegt denn da dieser Döner? Er: Schatz, das ist ein Gold-Döner. Hätte ich nicht auf ihn warten müssen, wären wir nun nicht 4,5 Millionen Euro reicher. Ist genauso vor wenigen Tagen in Frankreich passiert. 

Und als ich die Geschichte vom Gold-Döner las, fiel auch mir wieder ein, dass ich mal im Lotto gewonnen habe. Fünf Richtige plus Superzahl. Kein Witz. Ist schon ein paar Jahre her. Mein Gewinn: 647,87 Euro. Und nun meine Frage an Sie: Hätte ich mich freuen oder ärgern sollen?

Oliver Lück, 49, ist Journalist und Buchautor. Jede Woche erzählt er an dieser Stelle von seinen Beobachtungen und Begegnungen. www.lueckundlocke.de

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