Von Bucht zu Bucht

3 Fragen an... Lukas Raeder

Lukas Raeder ist der sichere Rückhalt des VfB Lübeck.
3 Fragen an... Lukas Raeder

Lukas Raeder ist der sichere Rückhalt des VfB Lübeck. Der 26-jährige Torwart blickt auf eine beachtliche Karriere zurück. Aus dem Nachwuchs des FC Schalke 04 entsprungen, wechselte er im Jahre 2012 zum FC Bayern München, absolvierte dort zwei Spiele in der Bundesliga, ein Spiel im DFB-Pokal und saß zudem in der Champions League als Ersatztorwart auf der Bank.

2014 wechselte er zum portugiesischen Erstligisten Vitória Setúbal FC, verbrachte dort drei Spielzeiten und stand in 27 Erstliga-Spielen im Tor. Nach der Zwischenstation in England bei Bradford City kehrte er 2018 wieder nach Deutschland zurück, spielte zunächst in der Regionalliga für Rot-Weiß Essen und wechselte 2019 zum VfB Lübeck.

Herr Raeder, der VfB Lübeck steht auf dem 17. Tabellenplatz. Erwarten Sie Abstiegskampf bis zum letzten Spieltag?

Lukas Raeder: Die 3. Liga ist generell sehr eng beieinander. Ich glaube, auch in den letzten Jahren ging es in dieser Liga immer sehr eng zu – ob nun oben oder unten. Von daher gehe ich davon aus, dass es auch in diesem Jahr insgesamt nicht anders sein wird. Wir sehen, dass in dieser Liga jeder gegen jeden gewinnen kann.


Kein Spieler des VfB Lübeck hat mehr als drei Tore erzielt. Fehlt Ihrer Mannschaft ein echter Torjäger?

Lukas Raeder: Das kann man von zwei verschiedenen Seiten betrachten. Man könnte zum Beispiel auch sagen, dass wir von keinem bestimmten Spieler abhängig sind. Andererseits würden wir uns nicht beschweren, wenn einer unserer Spieler bereits zehn oder elf Tore erzielt hätte. Generell sind wir eine Mannschaft, die sich gut Chancen herausspielen kann. Wir wissen, dass wir gegen jeden Gegner ein, zwei Tore machen können. Dieses Selbstvertrauen haben wir.


In welchen Aspekten muss sich der VfB Lübeck im Jahre 2021 verbessern?

Lukas Raeder: Abgesehen davon, dass sich natürlich auch jeder einzelne Spieler individuell verbessern möchte, hoffe ich, dass wir unseren Mannschaftsstil verbessern, indem wir über die komplette Spielzeit möglichst keinen Fehler machen und das Level über die 90 Minuten hochhalten. Aber das ist eine Aufgabe, die sich jede Mannschaft stellen muss – ob nun in der 1. Liga, 2. Liga oder 3. Liga.

Glanzparade gegen den 1. FC Magdeburg am 12.12.2020 im Dietmar-Scholze-Stadion an der Lohmuehle, Luebeck. (imago images / Nordphoto)


Kurzvorstellung: Das ist der VfB Lübeck

Der VfB Lübeck wurde am 28. August 1919 gegründet und verfügt über 1111 Mitglieder (Stand: Oktober 2020). Als die größten Erfolge der Vereinsgeschichte gelten die Teilnahme an der Bundesliga-Aufstiegsrunde 1968/69 und der Einzug in das Halbfinale des DFB-Pokals 2003/04.

Von 1995 bis 1997 und von 2002 bis 2004 spielten die Schleswig-Holsteiner in der 2. Bundesliga. Im Jahre 2020 stieg der Verein von der Regionalliga Nord in die 3. Liga auf. Zu den bekanntesten Trainern der Vereinsgeschichte zählen Dieter Hecking (2001 bis 2004) und Bernd Hollerbach (2006 bis 2007).

Das Team des VfB Lübeck Saison 2020/2021. (imago images / Hübner)

Der VfB Lübeck litt in den vergangenen Jahren oftmals unter finanziellen Problemen. Im April 2008 und im November 2012 musste der Verein in die Insolvenz gehen. Rolf Martin Landerl, der heute Trainer des VfB Lübeck ist, hat von 2009 bis 2011 als Profi für den VfB gespielt und weiß daher um die positive Entwicklung des Vereins. „Es wurde daran gearbeitet, den Verein und das gesamte Umfeld zu professionalisieren“, sagt der ehemalige österreichische Nationalspieler.

„Die damalige und heutige Zeit lässt sich kaum vergleichen. Damals war ich einer der wenigen Profis in der Mannschaft. Heute haben wir nur noch Profis und ganz andere Strukturen als damals. Der Verein war damals finanziell nicht so gesund wie heute.“

Die Heimstätte des VfB Lübeck ist das Stadion Lohmühle mit einer Kapazität von 10.800 Zuschauern.

Artikelbild: imago images / Agentur 54 Grad

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